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Imre Kertész:
Ich - ein anderer
Gelesen von
Dieter Mann
Der Hörverlag
2003
Euro 24,95
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Hörbuch-Tipp:
Imre Kertész' "Ich - ein anderer"
"Ich bin das unverbesserliche Kind von Diktaturen. Meine Besonderheit ist das Gebrandmarktsein", resümiert der Erzähler in Imre Kertész' Roman "Ich – ein anderer" für sich. Das Gefühl und der daraus resultierende Zustand des Gezeichneten durchzieht die Erzählung wie ein roter Faden und zeigt, was Imre Kertész an anderer Stelle deutlicher formuliert hat: "Ganz gleich, woran ich denke, immer denke ich an Auschwitz. Auch wenn ich scheinbar von etwas ganz anderem spreche, spreche ich von Auschwitz."
"Ich – ein anderer" ist eine Reise durch verschiedene Städte, Lebensphasen und durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Budapest, Berlin, Wien, Leipzig, München, Tel Aviv, alles Orte, die der Erzähler in seinen Reisen aufsucht, auf Lesetour, für einen Vortrag, um einen Preis entgegenzunehmen. Kertész legte 1997 mit diesem Buch einen Roman vor, der, mehr noch als seine bisherigen Werke, der "Roman eines Schicksalslosen" oder das "Galeerentagebuch", mit Autobiographischem verwoben ist oder sogar autobiographisch ist.
Die Geschichten reihen sich fast traumähnlich aneinander, Wien: "Am Tag danach, ein Wiener Sonntag, vormittags Wittgenstein, mittags Spaziergang nach Hitzing. Der Hitzinger Friedhof, der gepflegte Garten, die schönen Gräber, fast hätte ich hinzugefügt, die wohlgenährten Toten." Budapest, die Sprache ist das einzige, was den Erzähler noch mit seinem Land verbindet. Berlin, die Stadt nach der Wende, die Vereinigung als antikreative Erfahrung, zurück in Feldafing bei München, "nutzloser Kampf mit Feder, Papier und mir selbst", schließlich Tel Aviv, "diese Stadt lebt und läßt leben."
Gleichzeitig ist "Ich – ein anderer" auch das Zeugnis einer existenziellen Krise, die der Erzähler, der seine Identität als "sich selbst schreibende Identität" definiert, durchlebt, zwischen "Leben und Tod". "Mein Körper strebt Richtung Tod, mein Kopf dreht sich zum Leben um, mein Fuß holt unschlüssig zu einem Schritt aus. Einem Schritt wohin? Egal. Denn wer den Schritt tut, bin schon nicht mehr ich. Das ist ein anderer."
al / hagalil.com 10-05-04










 
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