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Frauen in Kultur und Medien: Chancengleichheit durchsetzen
Frauen sind an der Spitze von Kultureinrichtungen und Medienunternehmen, in Gremien und Jurys unterrepräsentiert. Das gilt auch für die Auszeichnung mit Preisen oder die Förderung von Projekten. Kulturstaatsministerin Grütters setzt sich seit ihrem Amtseintritt mit Nachdruck für mehr Chancengleichheit von Frauen im Kultur- und Medienbereich ein.
Noch immer sind Dirigentinnen eine Rarität. Die Kulturstaatsministerin setzt sich für gleiche berufliche Chancen für Frauen ein – nicht nur in der Musik.
Foto: Friederike Kienle
Die Kulturstaatsministerin hat die Geschlechtergerechtigkeit in Kunst, Kultur und Medien zu einem Hauptanliegen ihrer Politik gemacht. "Chancengleichheit bedeutet immer auch einen Gewinn an Perspektiven und Potentialen und damit ein Mehr an künstlerischer, kultureller und medialer Vielfalt", ist Grütters überzeugt.
Deshalb hat die Kulturstaatsministerin das Thema auch während der deutschen EU​-Ratspräsidentschaft als einen der kultur- und medienpolitischen Schwerpunkte auf die Agenda gesetzt – und damit erstmals auf EU-Ebene gehoben. 
Im Koalitionsvertrag haben sich die Regierungsparteien dazu verpflichtet, "Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit in Kunst, Kultur und Medien weiter auszubauen." Das gilt für Führungspositionen, die Besetzung von Jurys und Gremien ebenso wie die Entscheidungen über Stipendien oder Förderungen.  
Runder Tisch "Frauen in Kultur und Medien"
Um die ernüchternden Ergebnisse einer Studie des Deutschen Kulturrats mit dem Titel 
"Frauen in Kultur und Medien" zu diskutieren und konkrete Maßnahmen für mehr Parität in der kreativen Branche zu entwickeln, hat die Kulturstaatsministerin 2016 den "Runden Tisch Frauen in Kultur und Medien" ins Leben gerufen. 
Runder Tisch bei der Kulturstaatsministerin: Grütters will die Chancengleichheit in der Kreativbranche verbessern.
Foto: Bundesregierung/Gebhardt
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig, dass die tatsächliche Gleichstellung in Kultur und Medien endlich einen Schritt vorankommen muss, und erklärten sich bereit, ihren Teil zur Verwirklichung beizutragen. "Es ist an der Zeit für eine breit angelegte Chancenoffensive für Frauen in Kultur und Medien", lautete das Fazit von Kulturstaatsministerin Grütters bei der Abschlussveranstaltung des Runden Tisches 2017 im Bundeskanzleramt.
Was ist seitdem passiert?
Für die Kulturstaatsministerin ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Gremien in ihrem Zuständigkeitsbereich inzwischen weitgehend paritätisch besetzt sind. Genauso selbstverständlich ist, dass bei der Besetzung von Spitzenämtern Frauen gleichermaßen wie Männer zum Zuge kommen und damit auch der Frauenanteil in Toppositionen der von ihr geführten Bundesbehörde kontinuierlich steigt, bis Parität erreicht ist. Derzeit liegt der Anteil von Frauen auf Stellen mit Leitungsfunktion bei der BKM bei gut 44 Prozent.
Projektbüro beim Deutschen Kulturrat
Um weit in die Branche hineinzuwirken, hat der Deutsche Kulturrat als Anlauf- und Beratungsstelle 2017 das
Projektbüro "Frauen in Kultur und Medien“ eingerichtet – auch das ist ein Ergebnis des Runden Tischs. Dieses nahm Ende 2017 seine Arbeit auf und wird mit jährlich 120.000 Euro aus dem Haushalt der BKM gefördert. Hier finden Künstlerinnen und andere weibliche Kreative Unterstützung, wenn es um bessere Aufstiegschancen, mehr Mitsprache in Gremien und Jurys, faire Bezahlung und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht.
Mentoring-Programm und Datenreporte
Zu den zentralen Aufgaben des Projektbüros gehört die Umsetzung des ersten bundesweiten und spartenübergreifenden
1:1-Mentoring-Programms für Frauen, die Führungsverantwortung in Kultur und Medien anstreben. Hochqualifizierte Künstlerinnen und Frauen aus dem Kultur- und Medienbereich bekommen profilierte Berufskolleginnen und -kollegen zur Seite gestellt, von deren Erfahrungsschatz und Netzwerk die Mentees profitieren. Staatsministerin Grütters bringt sich aktiv in das Programm ein: So hat sie sowohl in der ersten als auch in der dritten Runde des Programms selbst als Mentorin mitgewirkt. Die Zahl der Tandems konnte von anfangs 13 auf zwischenzeitlich 30 gesteigert werden. Aktuell läuft der vierte Durchgang des erfolgreichen Programms. 
Mentoring-Empfang im Bundeskanzleramt
Foto: BKM/Widenka
Zum anderen gibt das Projektbüro Datenreporte und Dossiers heraus. Dossiers sind bereits erschienen zu
"Wie weiblich ist die Kulturwirtschaft?" und
"Älterwerden als Kulturschaffende: Von 0 auf 100". Unter dem Titel
"Frauen und Männer im Kulturmarkt" ist im Frühjahr 2020 eine umfangreiche Studie zur sozialen und wirtschaftlichen Lage in Kulturberufen veröffentlicht worden. 
Um die Datenlage weiter zu verbessern, hat Staatsministerin Grütters außerdem die
Studie "Frauen in Kultur und Medien: Ein Europäischer Vergleich" der Hertie School of Governance gefördert, die die Situation von Frauen in Kultur und Medien in sechs ausgewählten EU​-Mitgliedstaaten untersucht, mit der Situation in Deutschland vergleicht und wirksame Maßnahmen für mehr Geschlechtergerechtigkeit identifiziert.
Familienfreundlichkeit
Ein großes Thema gerade auch in der Kreativbranche ist die Vereinbarkeit von Familie und Karriere. Die Kulturstaatsministerin setzt sich für eine familienfreundliche Ausgestaltung ihrer Stipendien und Förderungen ein. So wird im Fall der Villa Massimo mittlerweile auch Schul- und Kindergartengeld übernommen. Beim Studienzentrum Venedig wird eine zusätzliche Wohnung mit Atelier gefördert, die sich als Unterkunft für Stipendiatinnen und Stipendiaten mit Familien eignet. Und seit einer Entscheidung des FFA-​Ver­waltungsrats sowie BKM​-Genehmigung im Juni 2018 sind Kinderbetreuungskosten für FFA-geförderte Projekte als Herstellungskosten förderfähig. Gleiches gilt für Förderungen aus dem DFFF und dem German Motion Picture Fund.
Vertrauensstelle gegen sexuellen Missbrauch und Gewalt
Als Reaktion auf die #MeToo-Debatte über sexuelle Belästigung und Gewalt in der Kultur und Medienbranche hat die Kulturstaatsministerin die Einrichtung einer
unabhängigen Vertrauensstelle mit auf den Weg gebracht. Unter dem Namen Themis hat sie am 1. Oktober 2018 ihre Arbeit aufgenommen.
Betroffene insbesondere aus der deutschen Film-, Fernseh- und Theaterbranche können dort juristische und psychologische Beratung von erfahrenen Fachleuten erhalten. Die Vertrauensstelle wird bis Mai 2021 drei Jahre lang mit jeweils bis zu 100.000 Euro aus dem Haushalt der Kulturstaatsministerin gefördert. Auch im Anschluss soll sie für eine weitere Förderperiode Unterstützung durch Bundesmittel erhalten.
Mittwoch, 6. Januar 2021
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