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UNTER 16-JÄHRIGE
Gesundheitsminister Mückstein rät zur Impfung von Kindern und Jugendlichen
Am Freitag soll der erste Impfstoff für Zwölf- bis 15-Jährige zugelassen werden. In Österreich ist die Empfehlung des Gesundheitsministeriums klar: Wer kann, soll den Stich nehmen – auch Kinder. In Deutschland ist man zurückhaltender
Birgit Baumann aus Berlin, Katharina Mittelstaedt, Steffen Arora, David Krutzler, Walter Müller, Stefanie Ruep, Klaus Taschwer
26. Mai 2021, 17:20
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"Wenn ein Impfstoff von der EMA zugelassen wird, ist sichergestellt, dass es sich um einen hocheffektiven und sicheren Impfstoff handelt. Ich würde auch meine Töchter damit impfen", sagt Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) auf Anfrage des STANDARD.
Foto: APA / Herbert Neubauer
In Österreich ist die Empfehlung klar: Wer die Möglichkeit hat, soll sich impfen lassen – also bald auch Kinder und Jugendliche. "Wenn ein Impfstoff von der EMA zugelassen wird, ist sichergestellt, dass es sich um einen hocheffektiven und sicheren Impfstoff handelt. Ich würde auch meine Töchter damit impfen", sagt Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) auf Anfrage des STANDARD. Und dasselbe rate er anderen Eltern sowie den Jugendlichen selbst.
Im Gesundheitsministerium geht man davon aus, dass die europäische Zulassungsbehörde EMA den Impfstoff von Biontech/Pfizer am Freitag für Zwölf- bis 15-Jährige freigeben wird. Das österreichische Impfgremium schließt sich den Empfehlungen der EU in der Regel an. Ab Freitag oder Samstag sollte das Covid-Vakzin also – zumindest theoretisch – hierzulande auch Jüngeren zugänglich sein.
Die Gruppe der möglichen Impflinge wird in Österreich dann um 340.000 Menschen größer – noch bevor überhaupt alle Erwachsenen geimpft wurden, die sich impfen lassen wollen. Aber wie soll das ablaufen? Und haben Bedenken von Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen, ihre Berechtigung?
Deutsche Skepsis
In Deutschland wird das Thema derzeit breit diskutiert. Es zeichnet sich ab, dass die Ständige Impfkommission, die beim Robert-Koch-Institut angesiedelt ist und die deutsche Politik berät, keine Empfehlung für eine massenhafte Impfung von Kindern aussprechen wird. Grund dafür seien fehlende Daten, um Folgen einer Corona-Erkrankung bei Kindern und mögliche Risiken einer Impfung abzuwägen. Momentan wisse man "nichts" über Nebenwirkungen der Impfungen bei Kindern, sagt Rüdiger von Kries, Epidemiologe und Mitglied der deutschen Impfkommission.
"Bei unklarem Risiko kann ich zurzeit noch nicht vorhersehen, dass es eine Empfehlung für eine generelle Impfung geben wird", meint er. Es dürfte aber, wenn die Zulassung erfolgt ist, eine Empfehlung zur Impfung von Zwölf- bis 15-Jährigen mit chronischen Erkrankungen geben.
Ungeachtet dieser Zweifel will der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) allen über Zwölfjährigen ein Impfangebot machen. Sie könnten dann gemeinsam mit ihren Eltern und dem Arzt entscheiden, ob sie es annehmen. Er wolle, dass Kinder "die Möglichkeit" hätten. Es werde aber keine Verpflichtung zur Impfung geben, betont Spahn – auch nicht als Voraussetzung für den Schulbesuch vor Ort. Eine Impfverpflichtung wird auch in Österreich weder für Kinder noch für Erwachsene in Erwägung gezogen.
Österreicherinnen und Österreicher tendenziell impfskeptisch
Österreicherinnen und Österreicher sind aber tendenziell impfskeptisch – gerade auch, wenn es um Kinder geht. Das zeigte sich zuletzt bei der großen internationalen Studie "Wellcome Global Monitor 2018", in der die Haltung zu Impffragen erhoben wurde. Österreicher zeigten hier auffallend hohe Ablehnungsraten zu Aussagen wie "Impfungen für Kinder sind sicher" (lehnten 22 Prozent ab) oder "Es ist wichtig, dass Kinder geimpft werden" (Ablehnungsrate: zwölf Prozent).
Geklärt ist auch noch nicht, wo Kinder und Jugendliche in Österreich dann überall geimpft werden können. Zuständig sind grundsätzlich die Länder. Bildungs- und Gesundheitsministerium verhandeln derzeit darüber hinaus, wie und in welchen Schulen die Impfung verabreicht werden könnte. In manchen Bundesländern ist bereits jetzt eine Voranmeldung für Zwölf- bis 15-Jährige möglich. Ein Überblick:
Wien In der Hauptstadt können sich Zwölf- bis 15-Jährige auf der Impfplattform der Stadt vormerken lassen. Termine werden noch keine vergeben. Im Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) geht man aber davon aus, dass "Mitte bis Ende Juni die ersten Impfungen für Zwölf- bis 15-Jährige starten" – also noch vor Ende dieses Schuljahrs. Der Großteil der Impfungen in dieser Altersgruppe müsste aber im Sommer durchgeführt werden, um eine rechtzeitige Durchimpfung vor dem Start des neuen Schuljahrs zu schaffen, heißt es in Wien.
Salzburg Verschlossen gibt man sich zu den Impfplänen in Salzburg. Es gebe Vorbereitungsarbeiten für die Impfung der Kinder und Jugendlichen, Details wolle man demnächst kommunizieren.
Steiermark In der Steiermark rechnet man damit, ab Juli oder August Impfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren anbieten zu können. Die Voraussetzung sei ausreichend Impfstoff, sagt Impfkoordinator Michael Koren.
Tirol Auch in Tirol sei man vorbereitet, "die jüngere Altersgruppe im Sommer durchzuimpfen".
Kärnten In Kärnten gebe es zwar "Überlegungen, aber noch keine konkreten Pläne" in Bezug auf Impftermine für Kinder und Jugendliche.
Vorarlberg In Vorarlberg sind die Vorbereitungen "schon weit gediehen, aber noch nicht ganz abgeschlossen", heißt es aus dem Land. Geplant ist, die Impfungen in den vorhandenen Impfstraßen durchzuführen. Nach erfolgter Zulassung und mit genügend Impfstoff sei es das Ziel, "noch vor den Sommerferien die Impfungen durchzuführen". (Birgit Baumann aus Berlin, Katharina Mittelstaedt, Steffen Arora, David Krutzler, Walter Müller, Stefanie Ruep, Klaus Taschwer, 26.5.2021)
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