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30.11.2021 11:00
SINGLE „UBER-FAHREN“
Slomo: Wiener Rapper bricht Lanze für Uber-Fahrer
(Bild: Sony Music)
Als Songwriter von Superstar Mathea hat sich David Slomo schon einen Namen gemacht, nun startet der melancholische Wiener Rapper auch solo durch. In seiner neuen Single „Uber-Fahrer“ hilft ihm die Mietwagenfahrt temporär über Beziehungsprobleme hinweg.
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Man kennt eine solche Situation. Es gibt Stress in der Beziehung und auf WhatsApp wird das Wortgefecht immer heftiger. Ein Ausweichen ist unmöglich, weil man längst darüber hinaus ist und die Fehde ausgetragen werden muss. Als dem Wiener Rapper David Slomo das passierte, saß er gerade in einem Uber und wollte auf andere Gedanken kommen. „Ich konnte mich aber nicht ablenken und mir blieb nichts anderes übrig, als mich damit zu befassen. Aber dann fragt mich der Uber-Fahrer, wie es mir geht. Jedem anderen hätte ich wahrscheinlich ,gut‘ geantwortet, aber in dem Moment sagte ich ganz offen ,meine Freundin hasst mich gerade‘“. Diese reale Beziehungsepisode aus dem Leben des 28-Jährigen ist die Unterlage für seine neue Single „Uber-Fahrer“, in der er sich einmal mehr als profilierter und geschickter Beobachter des ganz normalen Alltagswahnsinns erweist.
Geheimnisse ausplaudern
Das Uber ist weder aus Wien, noch aus Slomos Leben wegzudenken. „Wenn es nach einer Songwriting-Session ganz spät nach Hause gehen muss, fährt die U-Bahn ja meist nicht mehr. Da bleibt nur mehr das Uber, ein echter Retter.“ Die offene Zwischenmenschlichkeit im Mietwagen blieb auch Slomo nicht verborgen. „Ich bin den Fahrern gegenüber selbst viel offener als anderen Leuten, die ich zum ersten Mal treffe. Bei einer 20-minütigen Fahrt kann es schon einmal passieren, dass ich das eine oder andere Geheimnis ausplaudere, weil man ein bisschen das Gefühl hat, die Person eh nie wieder zu sehen.“ So kam es nicht nur dazu, dass Slomo gerne Uber fährt, sondern davon auch zu seiner neuen Single inspiriert wurde. „Grundsätzlich bin ich ein ruhiger Typ und gerne alleine mit meinen Gedanken. Während einer Fahrt kann man die Zeit zum Runterkommen nutzen, manchmal habe ich aber auch richtig Lust auf ein Gespräch.“
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Slomo ist in der heimischen Musikszene bei Weitem kein Unbekannter, könnte aber schon wesentlich prominenter im Rampenlicht stehen. Er nennt einige Gold-Awards sein Eigen, kann aber trotzdem noch anonym durch die Stadt gehen, denn das Rampenlicht räumt seine Freundin Mathea ab. Dem Superstar aus Salzburg schrieb Slomo Songs wie „2x“ oder „2:46“ auf den Leib. Diese Tracks dienten einerseits als Türöffner für eigene Projekte, doch auf seinen flächendeckenden Durchbruch wartet er noch. Dass die Situation in der zweiten Reihe nicht immer leicht ist, hat er in seinem Song „Ich gönn dir alles, aber…“ überraschend offen thematisiert. „Sie ist wahrscheinlich meine beste Freundin und dass sie die größte Künstlerin Österreichs ist und ich noch meinen Platz finden muss, schmerzt hier und da natürlich schon. Ich gönne ihr den Erfolg aber von ganzem Herzen. Wenn ihn jemand verdient hat, dann sie.“
(Bild: APA/Hutter, Leykam Verlag)
Applaus als Sucht
Slomo ist per se keine Rampensau, sieht aber natürlich Möglichkeiten, um seine Karriere auf breitere Beine zu stellen. „Ich bin gar nicht laut, eher das Gegenteil. Auf der Bühne kann ich den Schalter aber ganz gut umlegen und werde zu einer anderen Person. Applaus kann zur Sucht werden, man will diesen Kick immer wieder spüren. Das hat schon was.“ Slomos Rap kommt nicht aggressiv-kantig, sondern mit viel Melodie, sanftem Gespür und auch Melancholie ums Eck. Er ist dem klassischen Pop in seinen Songs hörbar näher als viele seiner Genrekollegen. „Mein größtes Vorbild ist ganz klar Michael Jackson. Er war der erste Musiker, den ich richtig bewusst wahrgenommen habe und ich bin noch heute großer Fan seiner Musik. Stark inspiriert hat mich auch Drake, der eine perfekte Mischung gefunden hat. Ich bin ein Fan von Rap, aber das ganz harte Zeug muss nicht sein. Ich mag moderne Musik mit Texten, die man auch der Mama zeigen kann.“
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Mit harter Arbeit, Fleiß und Beharrlichkeit arbeitet Slomo weiterhin an seinem eigenen Durchbruch und kommt ihm mit Songs wie „Uber-Fahrer“ immer näher. „Ich bin gerade sehr fokussiert auf das Songwriting, weil ich da viel mehr Chancen für mich sehe. Gleichzeitig macht das Songwriting für andere meinen Kopf freier für meine eigenen Sachen. Ich habe nicht mehr den Druck, dass ich unbedingt einen Radio-Hit landen muss, sondern tue, was mir Spaß macht.“ Unlängst hat Slomo auch einen Song mit dem deutschen Hitparadenstürmer Mark Forster geschrieben - weitere Kooperationen mit Musikerinnen aus den unterschiedlichsten Bereichen sind nicht ausgeschlossen. Kreativität und Leidenschaft kennen beim jungen Wiener keine Grenzen. Genauso wenig wie seine Liebe zu unterschiedlichen Genres und Themen.
Heimatverbunden
Wie auch bei anderen heimischen Musikern wie etwa Yung Hurn, Svaba Ortak oder Money Boy ist auch Slomo der Heimatbezirk besonders wichtig. Er ist mit Leib und Seele Donaustädter. „Der 22. ist für mich alles. Es klingt komisch, aber ich wäre ohne ihn nicht dort, wo ich jetzt bin. Ich wurde mitten im Krieg in Kroatien geboren und meine Mutter kam mit mir nach Österreich und zwar genau in den Bezirk, wo kaum Ausländer waren. Ich musste innerhalb kürzester Zeit perfekt Deutsch lernen und mich an die Regeln halten. Ich hatte gar keine Möglichkeit, in eine jugoslawische Bubble zu kommen. Der 22. hat mich integriert und ich bin überzeugt davon, dass ich ansonsten nicht Songwriter für so erfolgreiche Sachen geworden wäre.“ Und in den 22. muss man auch öfters mit dem Uber fahren. Neben Slomos Song bietet sich dazu auch das Uber-Buch „Ein Leben voller Abzweigungen“ (Leykam Verlag) an.
Robert Fröwein
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