STAATSGRÜNDUNG
Israel entstand in Österreich
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Theodor Herzl schrieb mit "Der Judenstaat" eine erste theoretische Basis für den Staat Israel, der - nach seiner Gründung - den von Lueger Diffamierten und von Hitler Verfolgten ein Stück Sicherheit bot.
vom 14.04.2018, 14:00 Uhr | Update: 14.04.2018, 14:58 Uhr
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Peter Menasse
Am 19. April 1948 entfiel der Five o’Clock Tea des British High Commissioners für Palästina, General Sir Alan Cunningham. Er hatte bereits in aller Früh in voller Gala-Uniform das Regierungsgebäude in Jerusalem verlassen, sich von den letzten fünfzig britischen Soldaten verabschiedet und war dann in der Nacht mit dem Kreuzer "Euryalus" von Haifa aus nach Hause abgereist.
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An der Wiege des modernen Staates Israel standen als Paten unsichtbar, doch mit enormer Präsenz die Auslöschung von Millionen Juden und der wütende Antisemitismus in Europa einerseits und die Hoffnung von davongekommenen Juden auf eine friedliche Heimstatt andererseits. Mittendrin in dieser Geschichte des neuen Staates standen aber auch und an der Spitze Österreicher - im Bösen wie im Guten. Denn dass es ohne Theodor Herzl, Karl Lueger und Adolf Hitler die Entscheidung der internationalen Staatengemeinschaft mit der UNO-Resolution 181 gegeben hätte, lässt sich bezweifeln.
Das "Gelobte Land"
Peter Menasse ist Publizist und Kommunikationsberater in Wien und im Burgenland.
Die Sehnsucht nach einer Rückkehr ins "Gelobte Land" bestand bei religiösen Juden seit der Vertreibung im Jahr 586 v. Chr. und sie war Inhalt der Gebete wohl aller Juden bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Dann aber setzte die Säkularisierung im Gefolge der Französischen Revolution und der Periode der Aufklärung, wie bei allen europäischen Religionsgemeinschaften, auch bei den Juden ein. So gab es denn im Wien des späten 19. Jahrhunderts Juden, die weiterhin ihre Religion ausübten, und solche, die ihre Traditionen abgelegt hatten. Für die Agnostiker stand ihre bürgerliche Existenz im Vordergrund, ihr Judentum war nichts mehr als Erinnerung ans Elternhaus und an alte Traditionen. Hätte man sie nach ihrer Identität gefragt, wäre die jüdische gar nicht oder erst am Ende der Liste vorgekommen.
So war es auch beim jungen Theodor Herzl, der sich in Wien einer deutschen Burschenschaft angeschlossen hatte und der Assimilation der Juden das Wort redete. Diese seine erste Vision war ein Aufgehen der jüdischen Kultur in ein größeres Ganzes, um gleichberechtigt mit allen anderen zu werden. Schon bald wurde er eines Schlechteren belehrt. Einer der Kommilitonen aus seiner Burschenschaft hielt eine Trauerrede für den 1883 verstorbenen Richard Wagner und lobte dessen Judenhass. Herzl trat drei Tage später aus der Burschenschaft aus.
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3 Kommentare
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szekerek alois
19.04.2018, 18:30 Uhr
Zwei Seiten einer Medaille. Die Münze hätte man wegwerfen sollen. Der Sieger des Ersten Weltkriegs erkannte aber ihren Wert, hob sie auf, polierte sie und nutzte sie zu seinem endgültigen Endsieg, dem Sieg des amerikanischen Imperiums.
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Gungun Gungun
16.04.2018, 14:20 Uhr
Ich finde schon die Überschrift zu diesem Beitrag anmaßend und verlogen. Theodor Herzl hat den Zionismus begründet und nicht den Staat Israel. Sein Traum fand viele Anhänger; der Zionismus ist eine Ideologie. Aber den "Judenstaat", wie er seine Schrift nannte, hat er solcherart … mehr
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Martina Kaeser
16.04.2018, 01:12 Uhr
Vielen Dank, für mich eine tolle Geschichtseinbettung. Ich hatte von der Proklamation in Basel 1902 vernommen und mich immer gefragt, wie es dazu kam, der Auslöser. Das sind Infos, die es braucht.
Schöne Grüsse
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