GASTKOMMENTAR
Ein Abkommen als globaler Wendepunkt
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Afrika, die Karibik und die EU verstärken ihre Zusammenarbeit.
vom 18.05.2021, 12:00 Uhr | Update: 18.05.2021, 14:03 Uhr
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Robert Dussey
Jutta Urpilainen
Nach zweieinhalb Jahren intensiver Verhandlungen ist das Cotonou-Folgeabkommen in Sicht. Am 15. April haben wir als Chefunterhändler die Verhandlungen abgeschlossen, die zur Unterzeichnung eines neuen Assoziierungsabkommens zwischen den 79 Mitgliedern der Organisation afrikanischer, karibischer und pazifischer Staaten (AKP-Gruppe) und der Europäischen Union führen werden. Wir sind stolz darauf, was wir gemeinsam erreicht haben. Mit diesem Abkommen werden die besonderen Beziehungen, die die AKP-Gruppe und die EU in mehr als 40 Jahren aufgebaut haben, erneuert, modernisiert und vertieft. Das Abkommen gibt den Rahmen für die Zusammenarbeit in den nächsten 20 Jahren vor.
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Jutta Urpilainen ist EU-Kommissarin für internationale Partnerschaften. - © afp / Kenzo Tribouillard
Zusammen vereinen wir 1,5 Milliarden Menschen in 106 Ländern auf vier Kontinenten und mehr als die Hälfte der Sitze in der UN-Generalversammlung. Wir teilen gemeinsame Werte, aber auch eine gemeinsame Vision: friedliche und prosperierende Gesellschaften, in denen niemand zurückbleibt.
In einer unruhigen Welt, die mit einer beispiellosen Umweltkrise, einer verheerenden Pandemie und dem drohenden Rückfall in Alleingänge konfrontiert ist, sind die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländergruppen eine Säule der Stabilität und ein Signal der Hoffnung. Wir sind entschlossen zusammenzuarbeiten. Mit dem neuen Abkommen erreicht unsere Partnerschaft die nächste Stufe. Es ist ehrgeiziger, umfassender und flexibler als seine Vorläufer, sei es in Bezug auf Jobs, globale Herausforderungen, Rechte, Multilateralismus oder Differenzierung. In vielerlei Hinsicht geht es deutlich über das Cotonou-Abkommen hinaus. Wir möchten nur drei dieser Aspekte nennen:
Robert Dussey ist Minister für auswärtige Angelegenheiten und afrikanische Integration der Republik Togo. - © CC / Frank-Jürgen Richter
Aus geopolitischer Sicht werden wir auf der Weltbühne gemeinsam stärker auftreten können und uns zusammen für die Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und des Übereinkommens von Paris einsetzen. Diese bilden den übergeordneten Rahmen, an dem sich unsere Partnerschaft orientiert.
Aus partnerschaftlicher Sicht sind zum ersten Mal in der 40-jährigen Geschichte der Zusammenarbeit starke regionale Komponenten vorgesehen. Durch drei maßgeschneiderte Regionalprotokolle mit eigenen Prioritäten werden die Beziehungen der EU zu den einzelnen Regionen vertieft.
Inhaltlich gesehen stellt das Abkommen die Menschenrechte, die Gleichstellung der Geschlechter, die Demokratie und die gute Regierungsführung in den Mittelpunkt unserer Partnerschaft. Wir werden uns besonders auf die menschliche Entwicklung, die Förderung wirtschaftlicher Chancen für alle und den Schutz der Umwelt konzentrieren.
Das Ergebnis unserer Verhandlungen zeugt von der Dynamik unserer Beziehungen. Das Abkommen ist ein echter Wendepunkt, eine wichtige politische Errungenschaft und ein wirkungsvolles Instrument zur Verwirklichung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung.
Unsere Jugend fordert eine gerechtere, ökologischere und friedlichere Welt. Die künftige Generation verdient eine auf Regeln beruhende internationale Ordnung, die Machtpolitik einhegt, die Schwachen schützt und offene Gesellschaften fördert, ohne dass jemand zurückgelassen wird. Unser neues Abkommen trägt dazu bei.
Schlagworte
Gastkommentar​Geopolitik​UNO​Umweltschutz​EU​Menschenrechte​Gleichstellung​Demokratie
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1 Kommentare
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Stier
20.05.2021, 15:45 Uhr
das tönt phantastisch und vorbildlich, es wäre schön, über die Auswirkungen auf dem laufenden gehalten zu werden
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