GLOSSENHAUER
Es ist ein harter Job, aber einer muss ihn machen
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Das Bundesheer präsentiert sich der Öffentlichkeit. Ein Augenzeugenbericht.
vom 17.09.2021, 15:27 Uhr | Update: 18.09.2021, 15:03 Uhr
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Severin Groebner
Die Tourismus-Metropole Wien ist um eine Attraktion reicher. Auf der Mariahilfer Straße gibt es seit dieser Woche den "Checkpoint Mahü" des Bundesheeres. Bei der Eröffnung haben sich Soldaten an der Fassade abgeseilt und die Verteidigungsministerin Klaudia Tanner war bei einem Besuch überzeugt: "Es ist etwas Großartiges gelungen."
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Severin Groebner ist Kabarettist, Autor ("Lexikon der Nichtigkeiten") und betreibt seinen Videoblog "Der Verklärbär" auf YouTube und Facebook.
Das weckt die Neugier im Autor und so betritt er (Ex-Zivildiener) selbst den Flagshipstore des österreichischen Militärs. Dabei handelt es sich um einen etwa 30m2 großen Raum, in dem einen vier Vertreter des Bundesheeres erwarten. Sie beäugen freundlich, aber dienstbeflissen den zivilen Besucher. Ein zartes Gefühl von Überwachung stellt sich ein. Viel ist nicht zu sehen, aber man kann um die Säule in der Mitte des Raumes herum gehen. Vielleicht eine Vorbereitung für eine Berufslaufbahn am Exerzierplatz. Und es gibt eine Extra-Kabine mit zwei Sitzgelegenheiten. Auf die Frage, wofür die ist, sagt einer der vier: "Die ist für Beratungen." Ob man dort beraten wird oder selbst die anwesenden Militärs beraten soll (vielleicht über die Frage, was sie sonst beruflich machen könnten), fragt der Zivilist nicht. Dafür gibt es Dinge zu kaufen, die das Motto des Bundesheeres "Schutz und Hilfe" unterstreichen: Neben Outdoorjacken und Wasserflaschen werden auch Lipgloss (Schutz) und Badeentchen (Hilfe) angeboten. Und für interessierte Menschen liegen Broschüren über die möglichen Berufsbilder beim Militär bereit: Offizier, Unteroffizier und Soldatin. Unter- und Ober-Offizierinnen sind anscheinend noch nicht denkbar. Trotzdem werden die wichtigsten Fragen gleich beantwortet. Unter der Überschrift "Was Du bekommst" steht: "Dich erwartet ein abwechslungsreiches Arbeitsumfeld (Betonung wahrscheinlich auf "Feld") mit breit gefächerten Ausbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (und - wie wir seit der Eröffnung des Bundesheer-Shops wissen - auch Abseilmöglichkeiten). Du arbeitest mit Hightech-Geräten, die es nur beim Bundesheer gibt (Eurofighter), machst Sport während der Dienstzeit (außerhalb der Dienstzeit kann, wer will, dem Alkohol zusprechen) und begibst dich an außergewöhnliche Orte, während andere im Büro sitzen (etwa: Stiftskaserne)." Eins der angepriesenen Hightechgeräte darf man vor Ort auch gleich ausprobieren. Es gibt eine VR-Brille. Wer sich die auf den Kopf schnallt, kann sich etwa 5 Minuten lang anschauen, was das Heer so leistet. Wer immer schon mal einen Panzer von innen sehen wollte oder wie es aussieht, wenn Fallschirmspringer aus dem Fluggerät hüpfen, ist hier richtig. Und man sieht endlich mal, wie der Truppenübungsplatz Allentsteig von innen aussieht. So viel sei verraten: Ganz hübsch dort. Nur wird viel geschossen.
Nach dem Verlassen des "Checkpoints Mahü" kommt der Zivilist ins Grübeln. Ob er sich freiwillig melden sollte? Vielleicht - aufgrund der beruflichen Vorerfahrung - für die Truppenbelustigung? "Kompanieeeeee, ein Witz!" - "Jawohlllll! Treffen sich zwei Soldaten . . ." - "Sehr gut! Wegtreten!"
Weiter oben auf der Mariahilfer Straße passiert er die namensgebende Kirche. In geschwungenen Buchstaben steht: "Maria Hülf". Wer weiß, vielleicht heißt es bald, ob der nahen Bundesheer-Depandance: Maria Schütz und Hülf.
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1 Kommentare
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Ilse Kleinschuster17.09.2021, 16:43 Uhr
"Nach dem Verlassen des "Checkpoints Mahü" kommt der Zivilist ins Grübeln" - und er erinnert sich, an einen Flyer mit der Aufschrift "NIE WIEDER KRIEG" - und er beschließt doch dieses Wochenende zum Donauinselfest zu gehen, wo's auf der Gewerkschaftsinsel (VIDA) einen INFO-STand … mehr
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