MODELLRECHNUNG
Impfung hat über 1.800 Todesfälle verhindert
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Von Februar bis Ende April wurden vier von zehn Todesfällen und jede dritte Hospitalisierung durch die Sars-CoV-2-Schutz-Impfung verhindert.
vom 16.06.2021, 15:48 Uhr | Update: 17.06.2021, 07:08 Uhr
In den Monaten Februar, März und April hätte es ohne Sars-CoV-2-Schutzimpfung 1.807 Todesfälle mehr gegeben. 
© dpa-Zentralbild / Robert Michael
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Das Gesundheitsministerium schätzt, dass die Corona-Schutzimpfung bis Ende April 1.800 Todesfälle verhindert hat. Das geht aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der Neos hervor. Die Zahl der Personen, denen dank Impfung die Einlieferung auf eine Intensivstation erspart blieb, beziffert das Ministerium mit 1.755. Neos-Gesundheitssprecher Gerald Loacker fordert die Regierung, nun alles zu unternehmen, um bis zum Herbst zumindest 70 Prozent der Bevölkerung zu impfen.
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Bisher sind in Österreich 10.662 Menschen nach einer Corona-Infektion verstorben - davon 2.200 in den Monaten Februar, März und April. Für die Modellrechnung hat das Ministerium diese Zahlen nun jenen Werten gegenübergestellt, die ohne Impfung zu erwarten gewesen wären. Die Grundannahme lautet, dass sich die Infektionen und Todesfälle ohne Impfung auch bei den über 65-Jährigen analog zu den Fallzahlen bei den (damals großteils ungeimpften) 16- bis 65-jährigen entwickelt hätten.
Damit hätte es in den Monaten Februar, März und April ohne Impfung 1.807 Todesfälle mehr gegeben. Gemäß dieser Vergleichsrechnung hat die Impfung also mehr als vier von zehn Todesfällen verhindert, ebenso jede dritte Hospitalisierung (3.888) sowie etwas mehr als jede dritte Einlieferung auf eine Intensivstation (1.755).
Neos fordern Anstrengungen bei der Impfkampagne
Loacker fordert angesichts dieser Wirkungszahlen noch einmal massive Anstrengungen bei der Impfkampagne. "Wir sehen aus den Impfvorreiter-Ländern Großbritannien und Israel, dass die Impfquote ab 60 Prozent kaum noch steigt. Es muss jetzt alles getan werden, damit wir zumindest über 70 Prozent Durchimpfung kommen und für den Herbst gerüstet sind", so der Neos-Abgeordnete. Angesichts der hohen Wirksamkeit der Impfungen bei der älteren Altersgruppe müssten vor allem die Bundesländer mit einer geringeren Durchimpfung noch einmal alles tun, um die Älteren für die Impfung zu gewinnen.
Einmal mehr zeigt die Anfragebeantwortung allerdings auch die mangelhafte Datenlage bei der Bekämpfung der Pandemie auf. So kann das Gesundheitsministerium derzeit nicht beziffern, welcher Anteil der Risikopatienten bereits gegen Covid-19 geimpft ist. Und bei den Hospitalisierungen musste das Ministerium auf Berechnungen des COVID-Prognose-Konsortiums zurückgreifen, weil für den untersuchten Zeitraum noch keine "Echtdaten" aus den Krankenhäusern zur Verfügung standen. (apa)
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Modellrechnung​Coronavirus​Gesundheitsministerium​Imfpung​Impfen
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8 Kommentare
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pplw117.06.2021, 21:34 Uhr
Die Probleme von Curevac zeigen zwei wichtige Punkte auf:
1) Es ist gar keine Selbstverständlichkeit in so kurzer Zeit Vaccine gegen einen Virus wie Corona zu finden und erfolgreich an 40000 Menschen zu testen.
2) Das Testen ist eben nicht ein Selbstläufer und nicht eine Fake … mehr
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Ogledala17.06.2021, 13:18 Uhr
Solange derart hartnäckig nicht gesagt wird, ob und wieviele Geimpfte unter den Corona-Spitalspatienten sind, sind solche Aussagen das Papiert nicht wert, auf dem sie gedruckt sind. So ein auf mehr oder weniger willkürlichen Annahmen basierendem Herumgerechne ist sonst nichts, mehr
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Ahoi
17.06.2021, 00:42 Uhr
Curevac-Impfstoff verfehlt statistische Ziele
Der Corona-Impfstoffkandidat CVnCoV von Curevac hat bei einer zweiten Zwischenanalyse die statistischen Ziele verfehlt. Das teilte das deutsche Unternehmen mit Sitz in Tübingen in der Nacht mit. «In einer bislang beispiellosen mehr
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Ahoi
16.06.2021, 19:23 Uhr
Da wird munter ins Blaue geraten, Daten sammeln und auswerten ist nicht die Stärke des Gesundheitsministeriums. Wie viele Ansteckungen mit Covid gab es in Krankenhäusern/Spitälern und wie viele Tote resultieren daraus. Nach wie vor viele Fragen die eine wache Presse längst mehr
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hermart16.06.2021, 18:31 Uhr
Und wie viele alte Menschen sind NACH der Impfung in Alten- und Pflegeheimen oder im Privatbereich gestorben - einfach weil ihr bereits schwaches Immunsystem den Boosteffekt nicht ausgehalten hat?
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