FILMKRITIK
"A Quiet Place 2": Die Aliens bringen den Tod
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Ein Hochspannungs-Drama mit erstaunlichen Parallelen zur Corona-Pandemie.
vom 16.06.2021, 18:00 Uhr | Update: 16.06.2021, 20:22 Uhr
Evelyn Abbott (Emily Blunt) und ihre Kinder sind auf der Flucht vor blinden, aber gut hörenden Aliens.
© Constantin
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Gunther Baumann
Die Kinos haben nach der Corona-Pause wieder Saison - und sie beginnen die Sommerspielzeit mit einem echten Knüller. "A Quiet Place 2" ist ein nervenzerfetzendes SciFi-Drama mit Horror-Elementen, das aus dem üblichen Rahmen fällt. Erstens ist der Film der bisher größte Kino-Kassenhit des Jahres (Einnahmen: 200 Millionen Dollar). Und zweitens wirkt die Story wie eine Parabel auf die Schrecken der Covid-Pandemie. Dabei wurde "A Quiet Place 2" schon 2019 gedreht. Vor Corona also.
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Das Drama beginnt mit einer Szene, wie sie uns heute nur zu vertraut ist. Die Kamera blickt auf eine völlig leere Straße; keine Menschenseele zu sehen. Lockdown? Alle in ihren Häusern versteckt? Weit gefehlt: Das ganze Städtchen hat sich am Sportplatz versammelt, wo gerade ein Baseball-Match läuft.
Horror-Thriller

A Quiet Place 2, USA 2020

Regie: John Krasinski. Mit: Emily Blunt, Cillian Murphy, Millicent Simmonds. Ab 18. Juni im Kino.
Es ist, verrät ein Insert, der Tag 1 von allen, die da kommen sollen. Vom Himmel her kündigt sich Unheil an. Die Außerirdischen landen. Es sind mörderische Kreaturen, die alle Menschen umbringen, derer sie habhaft werden. Der Familienvater Lee Abbott (John Krasinski) und seine Frau Evelyn (Emily Blunt) versuchen, ihre zwei Kids in Sicherheit zu bringen.
Dann ein Zeitsprung zum Tag 474 der Chronik. Lee Abbott, das wissen alle Kenner des ersten Films "A Quiet Place", ist längst tot. Er bezahlte den Einsatz, seinen Sohn Marcus zu retten, mit dem Leben.
Auf Suche nach Sicherheit
Die nun verwitwete Evelyn Abbott ist noch einmal Mutter geworden. Mit ihrem Baby, ihrer taubstummen Teenie-Tochter Regan (Millicent Simmonds) und Sohn Marcus (Noah Jupe) zieht sie durch eine entvölkerte Landschaft. Die Suche nach einem sicheren Ort findet in völliger Stille statt. Denn die Aliens sind blind, haben aber ein perfektes Gehör. Der leiseste Ton lockt sie an, um ihr mörderisches Tun fortzusetzen.
Beide "A Quiet Place"-Filme waren nicht als Kommentare zum Zeitgeschehen gedacht, sondern als gruseliges Abenteuer-Kino. In dieser Hinsicht funktioniert "A Quiet Place 2" so vollendet wie sein Vorgänger. Die Story führt in eine verlassene Fabrik, in der einsiedlerhaft ein gewisser Emmett (Cillian Murphy) haust; ein schroffer und trauriger Mann.
Emmett nimmt sich widerwillig der Familie Abbott an. Bald sind auch sein Mut und seine Schlagkraft gefragt, denn er muss die taubstumme Regan retten, die sich auf der Suche nach einem Ausweg allein auf eine gefährliche Expedition begeben hat.
John Krasinski, der Darsteller des verstorbenen Lee Abbott, ist zwar auf der Leinwand nicht länger zu sehen, zieht aber als Autor und Regisseur die Fäden. In der spannendsten Sequenz teilt er seine Helden in drei Gruppen auf - und als Zuschauer zittert man dreifach mit, weil hinter jeder Ecke und jedem Baum das Alien-Unheil lauern könnte.
"A Quiet Place 2" ist also ein hochtourig und machtvoll brummendes (und obendrein famos gespieltes) Kino-Vehikel. Doch in unserer Zeit der Pandemie kommt man nicht umhin, die Fiktion auf der Leinwand mit unserer Realität zu vergleichen.
Man erkennt die Parallelen zwischen den todbringenden Aliens und den todbringenden Viren: Gegen beide Attacken besitzt der Mensch keine natürlichen Abwehrkräfte. Hier wie dort leiden die Kinder am meisten, weil sie alles verlieren, was eine unbeschwerte Kindheit ausmacht. Und hier wie dort wähnen sich die Menschen manchmal in trügerischer Sicherheit, der Alptraum könnte überstanden sein. Im Film ist das eine Kolonie von Insulanern, die in Frieden leben, weil die Außerirdischen nicht schwimmen können. Doch dann kommen die Killer-Kreaturen mit dem Boot. Und der Schrecken beginnt von neuem.
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