GROSSBRITANNIEN
Mord an Abgeordnetem als Terrorakt eingestuft
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David Amess wurde niedergestochen. Erste Ermittlungen ergeben eine mögliche Motivation in Verbindung zu islamistischem Extremismus.
vom 16.10.2021, 13:23 Uhr | Update: 16.10.2021, 22:11 Uhr
Premierminister Boris Johnson und der Chef der Labour Party, Keir Starmer, legten beim Tatort Kränze nieder.
© apa / afp/tolga Akmen
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In Großbritannien ist der tödliche Angriff auf den konservativen Abgeordneten David Amess als Terrorakt eingestuft worden. Ersten Ermittlungen zufolge gebe es eine mögliche Verbindung zum islamistischen Extremismus als Motiv, teilte die Polizei von Essex in der Nacht zum Samstag mit. Die Anti-Terror-Einheit leite die Ermittlungen. Der 69-jährige Amess war am Freitag bei einer Bürgersprechstunde in einer Kirche in Leigh-on-Sea bei London mit einem Messer angegriffen worden.
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Der mutmaßliche Täter stach mehrfach auf ihn ein. Amess verstarb noch am Tatort. Die Polizei nahm einen 25-jährigen Mann fest. Sie geht davon aus, dass er alleine handelte.
Es ist bereits der zweite tödliche Angriff auf Parlamentsmitglieder binnen fünf Jahren. 2016 wurde die Labour-Abgeordnete Jo Cox nur wenige Tage vor dem Brexit-Referendum erschossen. Stephen Timms, ebenfalls Labour, überlebte 2010 einen Messerangriff in seinem Wahlkreisbüro. Innenministerin Priti Patel kündigte am Samstag verschärfte Sicherheitsmaßnahmen für Abgeordnete an. "Es wird alles getan, damit die Parlamentsmitglieder sicher ihrer Arbeit nachgehen können", sagte sie. "Wir leben in einer offenen Gesellschaft, einer Demokratie. Wir können uns nicht von einer Einzelperson einschüchtern lassen."
Bevölkerung und Politik entsetzt
Die britische Bevölkerung und Politiker zeigten sich entsetzt über Amess' Tod. Patel wie auch Premierminister Boris Johnson und Oppositionsführer Keir Starmer von der Labour Partei legten am Vormittag an der Kirche in der Grafschaft Essex, in der Amess tags zuvor tödlich verletzt wurde, Blumen nieder. Zum Gedenken wehten die Flaggen auf Regierungsgebäuden auf Halbmast.
Der tödliche Messangriff auf den Tory-Abgeordneten löste in Großbritannien eine Debatte über die Sicherheit von Politikern aus. Amess' Parteifreund Tobias Ellwood, der für seinen beherzten Erste-Hilfe-Einsatz nach einem terroristischen Angriff auf das Parlament im Jahr 2017 bekannt wurde, forderte die Einstellung physischer Treffen von Abgeordneten mit Bürgern, bis eine Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen durch das Innenministerium abgeschlossen ist.
Amess saß seit Anfang der 1980er-Jahre für die Konservative Partei im britischen Unterhaus. 2015 wurde er von Königin Elizabeth zum Ritter geschlagen und trug seitdem den Titel "Sir". Er war verheiratet und Vater von fünf Kindern. (apa)
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2 Kommentare
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Pee
17.10.2021, 16:18 Uhr
Terroristen wollen Angst und Panik verbreiten. Da reicht ein hoher Bekanntheitsgrad einer Person, ein öffentlicher Platz, eine Sehenswürdigkeit, ein Symbol des Landes, Weihnachtsmarkt, Fussgängerzone usw.
Deshalb reicht es nicht die Regierung bzw. Regierungsgebäude zu schützen. … mehr
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Ogledala16.10.2021, 16:25 Uhr
Echt jetzt? Mehr, als dass sich die Herrschaften noch mehr von den Bürgern abschotten, fällt ihnen dazu nicht ein?
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