INDUSTRIE
Industrie-Talfahrt verstärkt sich und kostet Europa Jobs
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Hohe Produktions- und Auftragseinbußen
Arbeitslosigkeit in Eurozone bei elf Prozent.
In Österreich 301.715 Jobsuchende - um 5,1 Prozent mehr als vor einem Jahr.
vom 01.06.2012, 18:23 Uhr | Update: 01.06.2012, 18:30 Uhr
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Wien. (mel/reu/apa) Die Zeichen in Europas Wirtschaft stehen auf Sturm. Der Einkaufsmanager-Index des Markit-Instituts - ein Konjunkturbarometer für die Industrie in der Eurozone - ist im Mai auf den tiefsten Stand seit Mitte 2009 gesunken. Noch seien die Wachstumseinbußen bei weitem nicht so gravierend wie zum Höhepunkt der damaligen Krise, meint Markit-Chef-Ökonom Chris Williamson. Die Lage verschlechtere sich jedoch "in alarmierendem Tempo".
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Laut Einkaufsmanagerindex schrumpft die Industrie in der Eurozone seit zehn Monaten, wobei sich die Talfahrt im Mai weiter beschleunigt habe. "Bei Produktion und Auftragseingang ging es im Mai so stark bergab wie zuletzt im Juni 2009", teilte Markit am Freitag mit. Nicht nur die Binnennachfrage, auch der Export lahmt. Sowohl die Finanzkrise als auch die politische Unsicherheit habe "verheerende Auswirkungen auf die Realwirtschaft im gesamten Währungsgebiet", meint Williamson.
Die höchsten Exportverluste verzeichneten Deutschland, Spanien und Griechenland. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte, wuchsen die deutschen Ausfuhren in die Eurozone im ersten Quartal lediglich um 0,9 Prozent. Die Industrie hat laut Markit den vierten Monat in Folge netto Stellen abgebaut. Für Österreich signalisiert der Einkaufsmanagerindex zwar ein leichtes Wachstum, allerdings nähere man sich "der Stagnation weiter an", heißt es.
Keinen Grund für übertriebenen Pessimismus sieht hingegen Christian Helmenstein, Chefökonom der Industriellenvereinigung. Helmenstein erwartet aus derzeitiger Sicht eine "sehr moderate Expansion" bei der Industriekonjunktur. Deutschland exportiere - im Unterschied zu vielen anderen Eurostaaten - stark in Wachstumsmärkte außerhalb Europas. Das sei auch zum Vorteil Österreichs, das wiederum mit Deutschland eng verbunden ist.
Hohe Jugendarbeitslosigkeit
Allerdings ist die Zahl der Jobsuchenden hierzulande im Mai um 5,1 Prozent im Jahresvergleich gestiegen. Insgesamt waren 301.715 Menschen arbeitslos gemeldet oder in Schulungsmaßnahmen des Arbeitsmarktservices (AMS) untergebracht. Besonders stark stieg die Arbeitslosigkeit in der Bauwirtschaft (plus 8,8 Prozent) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (plus 10,7 Prozent). In der Industrie erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen zwar unterdurchschnittlich um 2,4 Prozent, die - eng mit der Industrie verflochtenen - Leiharbeitsbranche verzeichnete aber mit 16,4 Prozent der höchste Anstieg im Sektorvergleich.
Mit einer Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent nach EU-Berechnungen verzeichnet Österreich die geringste Arbeitslosigkeit in der Europäischen Union. Den aktuellen April-Zahlen zufolge liegt die Quote in der EU bei 10,3 Prozent. In der Eurozone verharrte sie auf dem Rekordniveau von elf Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt im Euroraum bei 22,2 Prozent. Die höchsten Arbeitslosenraten gibt es in Spanien (24,3 Prozent) und Griechenland (21,7 Prozent).
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Industrie​Konjunktur​Arbeitslose
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