ÖSTERREICH
27 Prozent mehr Arbeitslose im Jänner
507
535.470 Menschen stehen ohne Job da.
vom 01.02.2021, 09:55 Uhr | Update: 01.02.2021, 21:16 Uhr
Insgesamt 535.470 Personen waren Ende Jänner arbeitslos gemeldet oder in AMS-Schulung, das waren um 114.769 mehr als ein Jahr zuvor.
© apa / dpa / Julian Stratenschulte
50
Der andauernde Corona-Lockdown und der fehlende Wintersaisonstart im Tourismus belasten weiterhin den Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer lag Ende Jänner im Vergleich zum Vorjahresmonat um 27 Prozent höher. 535.470 Personen waren arbeitslos gemeldet oder in AMS-Schulung, das sind um 114.769 mehr als im Jänner 2020. Zum Vergleich: Ende Dezember waren 520.919 Menschen ohne Job.
Mehr zu diesem Thema
Wifo-Chef Badelt fordert "Neustart für Umweltpolitik"
9 1
Der coronabedingte Höchststand wurde Mitte April 2020 mit 588.000 Arbeitslosen erreicht. Die Arbeitslosenquote lag Ende Jänner in Österreich mit 11,4 Prozent um 2,8 Prozentpunkte höher als im Jänner 2020. Vor zwei Jahren betrug die Arbeitslosenquote im Jänner 9 Prozent.
Ende Jänner waren außerdem rund 470.000 Personen in Kurzarbeit. Insgesamt hat das Arbeitsmarktservice (AMS) bisher rund 5,9 Milliarden Euro für die Corona-Kurzarbeit ausgezahlt. Im Jahr 2020 erhielten laut AMS rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer - 43 Prozent Frauen und 57 Prozent Männer - Kurzarbeitsbeihilfe. Für die bis Ende März laufende Phase 3 der Kurzarbeit sind derzeit 4,5 Milliarden Euro bewilligt. Vergangene Woche wurde der Budgetrahmen 2021 für die Kurzarbeit aufgrund der hohen Nachfrage von 5 Milliarden auf 7 Milliarden Euro aufgestockt.
Kocher: "Sehr schwierige Situation am Arbeitsmarkt
Die Jännerbilanz zeigt, dass wir uns, bedingt durch die Pandemie, nach wie vor in einer sehr schwierigen Situation am Arbeitsmarkt befinden", kommentierte Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) die aktuellen Arbeitslosenzahlen am Montag in einer Aussendung. "Vor allem der aufgrund der epidemiologischen Lage notwendige Lockdown macht sich bemerkbar." Trotz aller Herausforderungen sei positiv, dass die Arbeitslosigkeit über den gesamten Jänner auf "relativ konstantem Niveau" geblieben sei und ein Anstieg der Schulungsteilnehmer zu verzeichnen sei, so Kocher. Laut dem Arbeitsminister ist das Plus bei den Schulungsteilnehmern vor allem auf die Corona-Joboffensive mit ihrem Qualifizierungsangebot zurückzuführen.
Die Zahl der unselbständig Beschäftigten ging im Jänner im Vergleich zum Vorjahresmonat laut vorläufiger Prognose um 3,3 Prozent auf 3,636 Millionen zurück. Die Anzahl der sofort verfügbaren Stellen schrumpfte um 18,5 Prozent auf rund 58.347.
Für AMS-Vorstand Johannes Kopf ist die Situation im Tourismus weiter "besonders negativ". In diesem Bereich habe sich die Arbeitslosigkeit wegen des Lockdowns gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Von dieser Entwicklung seien verstärkt Frauen betroffen. "Selbst bei längerer Suche findet sich in dieser Monatsstatistik nichts Erfreuliches, außer vielleicht der Umstand, dass es wohl der höchste, absolute Wert an arbeitslosen Personen sein wird, den das AMS heuer vermelden muss", sagte Kopf.
Ende Jänner waren 79.675 Personen in Hotellerie und Gastronomie ohne Job, ein Plus von 99,8 Prozent gegenüber Jänner 2020. Auch das Plus bei Arbeitslosen und Schulungsteilnehmern war in anderen Branchen relativ hoch, im Verkehr und Lagerwesen (+39,4 Prozent), im Handel (+26,8 Prozent), Gesundheits- und Sozialwesen (+24,7% Prozent) und bei der Herstellung von Waren (+21 Prozent). Deutlich niedriger lag der Arbeitslosenanstieg bei der Arbeitskräfteüberlassung (+14 Prozent) und am Bau (+13,6 Prozent).
Deutlich mehr Langzeitarbeitslose
In Österreich sind viele Arbeitslose sehr lange auf Jobsuche. Die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen lag Ende Jänner bei 139.818, ein Plus von 43,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Arbeitsmarktentwicklung unterscheidet sich deutlich nach Bundesländern. Den niedrigsten Anstieg von Arbeitslosen und Schulungsteilnehmern Ende Jänner im Vergleich zu Jänner 2020 gab es in Niederösterreich (+14,1 Prozent), Burgenland (+15 Prozent), Oberösterreich (+18,6 Prozent), Steiermark (+20,2 Prozent), Kärnten (+20,9 Prozent) und Wien (+22,9 Prozent). Deutlich stärker fiel das Plus in Vorarlberg (+47,6 Prozent), Salzburg (+71,1 Prozent) und Tirol (+118,5 Prozent) aus. In diesen Bundesländern spielt der Wintertourismus normalerweise wirtschaftlich eine große Rolle. Aufgrund der Coronapandemie ist der Start der Wintersaison bisher noch nicht erfolgt. (apa)
Schlagworte
Österreich​Arbeitsmarkt​Arbeitslosenzahlen​Corona-Krise​Lockdown
50
Weiterlesen in Österreich
WIRTSCHAFTSWACHSTUM
Wifo und IHS revidieren Konjunkturprognose wohl nach oben
28.09.2021
UMWELTSCHUTZ
"Wir wollen einen CO2-Preis"
Update vor 18 Minuten 4
ARBEITSMARKT
Qualifizierte Arbeiter
28.09.2021 2 1
ÖSTERREICH
Corona hatte historischen Konjunktureinbruch zur Folge
28.09.2021 5 1
7 Kommentare
Kommentar schreiben
Melanie Korn
01.02.2021, 16:35 Uhr
Wir haben seit vielen Jahren eine Sockelarbeitslosigkeit von rund 350.000 Menschen und empfinden das mittlerweile als weitgehend "normal."
Mitte der 70er Jahre hatten wir rund 40.000 Arbeitslose und die waren Kreisky noch zuviel. Derzeit wächst dieses traurige Heer alle zwei bis … mehr
antworten
52
1

melden
Mega
01.02.2021, 15:12 Uhr
Diese Regierung gehört eingesperrt, so sinnlose Maßnahmen wegen eines Virus denn es schon Jahre gibt und diese unnötigen Tests sind für die Katz wie die WHO jetzt bestätigt hat die Millionen Euros verschlungen hat. Es ist zu hoffen die Wahl-Schafe wachen irgendwann auf. All die … mehr
antworten
51
129
melden
Weltbürger01.02.2021, 12:49 Uhr
"Der andauernde Corona-Lockdown und der fehlende Wintersaisonstart im Tourismus belasten weiterhin den Arbeitsmarkt" Damit will die Politik sich herrausreden.Allerdings - Das Virus ist NICHT schuld an den Desaströsen Fehlentscheidungen der Regierung.
antworten
63
53

melden
Weltbürger02.02.2021, 07:30 Uhr
Sie scheinen sehr viele Fans zu haben, die Ihre qualitativ kaum steigerbaren Kommentare unterstützen.Oder nützen Sie einfach Mehrfachaccounts ?
34
52

melden
2 weitere Antworten anzeigen
wayandot01.02.2021, 10:42 Uhr
27 Prozent mehr Arbeitslose: Die amtliche Untertreibung des Jahres!
antworten
73
83

melden
himba01.02.2021, 11:38 Uhr
@wayandot:
wie viele sind es denn ihrer zählung nach?
71
65

melden
zur Startseite
Mit Leuchtturmprojekten durch den grün-gelben Koalitionsslalom
E-PAPER
für alle Endgeräte
JETZT TESTEN
ABOS
immer bestens informiert
JETZT WÄHLEN
NEWSLETTER
täglich informiert
JETZT ABONNIEREN

Impressum Kontakt AGBDatenschutz Cookie-Policy
Wiener Zeitung Gruppe: Unternehmen​Mediasales Jobs Redaktion​Redaktionsstatut​English Information about WZ Aboangebote
Unterstützen Sie Qualitätsjournalismus mit Ihrer Zustimmung


Mit Hilfe von Cookies verarbeitete personenbezogene Daten werden von der Wiener Zeitung und von Werbepartnern (IAB und IAB-Lieferanten) verarbeitet. Im Rahmen der Verarbeitung erfolgt eine Speicherung von Informationen im Endgerät des Webseitenbesuchers und können die Wiener Zeitung und Werbepartner der Wiener Zeitung auf Informationen im Endgerät, z.B. auf eindeutige Kennungen in Cookies, des Webseitenbesuchers zugreifen. Nähere Informationen zu Cookies und zum Widerruf technisch nicht erforderlicher Cookies finden Sie in unserer Cookie Policy
Ihre Zustimmung bezieht sich auch auf die Verarbeitung personenbezogener Daten durch Dienstleister in den USA. Nach einer Entscheidung des EuGH gewährleisten die USA kein ausreichendes Datenschutzniveau.
Zu diesen Zwecken verwenden wir Cookies
Genaue Standortdaten verwenden. Geräteeigenschaften zur Identifikation aktiv abfragen. Informationen auf einem Gerät speichern und/oder abrufen. Personalisierte Anzeigen und Inhalte, Anzeigen- und Inhaltsmessung, Erkenntnisse über Zielgruppen und Produktentwicklung.

StartseiteWirtschaftÖsterreich