ARBEITSMINISTERIUM
Förderung für muttersprachliche Beratung des ÖGB wird gestrichen
6
1
Arbeitsministerium verweist auf budgetäre Gründe und andere Angebote.
vom 19.07.2021, 10:40 Uhr | Update: 19.07.2021, 10:55 Uhr
Das Arbeitsministerium will die Mittel für die muttersprachliche Beratung der Gewerkschaft kürzen. Im Bild: die ÖGB-Zentrale in Wien.
© APA / HELMUT FOHRINGER
6
Dem ÖGB-Projekt "Muttersprachliche Beratung" droht das Aus. Das Arbeits- und Sozialministerium hätten die Förderungen eingestellt, beklagt der Gewerkschaftsbund. Konkret geht es um eine Summe von 400.000 Euro für die kommenden zwei Jahre. Aus dem Arbeitsministerium hieß es auf APA-Anfrage, die Förderung des Projekts sei aus budgetären Gründen aufgrund der erhöhten Ausgaben im Rahmen der Coronakrise beendet worden. Zudem verwies man auf ähnliche Angebote, etwa durch das AMS.
Mehr zu diesem Thema
Kocher kündigt Lockerung für Saisonniers an
02.10.2021 1 4
Qualifizierte Arbeiter
28.09.2021 5 3
Rund 3.500 Personen haben laut ÖGB in den vergangenen zwei Jahren die 2017 gestartete Rechtsberatung in Sprachen wie etwa bulgarisch, rumänisch, ungarisch, türkisch und arabisch in Anspruch genommen. Das Projekt bietet kostenlose Unterstützung bei Behördenwegen, Kommunikation und Kontakthaltung mit Vereinen und Botschaften. "Viele KlientInnen können so aus der Illegalität in legale Beschäftigungsverhältnisse geholt werden", argumentiert der Gewerkschaftsbund.
Laut Arbeitsministerium wäre das Programm im April 2021 ursprünglich ausgelaufen, wurde dann aber im Mai um weitere dreieinhalb Monate bis 15. August dieses Jahres verlängert. Danach erfolgte die Beendigung der Förderung aus budgetären Gründen. Die weitere Verlängerung des Projekts ab Mitte August werde jedoch sowohl seitens des Arbeits- als auch des Sozialministeriums mit jeweils 10.000 Euro gefördert, hieß es.
Arbeitsmarktbudget für AMS
Das Arbeitsmarktbudget werde großteils für arbeitsmarktpolitische Programme des AMS verwendet, die insbesondere durch das Programm Sprungbrett weiter ausgebaut werden sollen, begründete das Ministerium weiter den Schritt. "Daher müssen sich die weiteren Ausgaben des Ressorts vor allem auf jene Bereiche konzentrieren, für die ein gesetzlicher Auftrag besteht und die allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zugutekommen." Dennoch stehe nach wie vor ein "ausreichendes mehrsprachiges Angebot zur Verfügung".
"Gewerkschaftliche Beratungsangebote, die breitere sozialpolitische Fragestellungen abdecken", können laut Arbeitsministerium nicht mehr ausschließlich aus der zweckgebundenen Gebarung Arbeitsmarktpolitik gefördert werden. Des Weiteren obliege die Fortsetzung des Projekts "aufgrund der sozialpolitischen Aspekte des Projekts" nicht der alleinigen Kompetenz des Arbeitsministeriums, hieß es außerdem.
Für das Beratungsteam des ÖGB wäre das endgültige Aus der Muttersprachlichen Beratung jedenfalls "ein herber Rückschlag und eine Katastrophe für die KollegInnen, die sich an uns wenden und Hilfe suchen". Viele von ihnen seien undokumentiert beschäftigt, würden "gnadenlos ausgebeutet" und hätten keinen Zugang zu Sozialleistungen. (apa)
Schlagworte
Arbeitsministerium​ÖGB​Gewerkschaftsbund​Martin KocherAMS
6
Weiterlesen in Österreich
VERKEHR
ÖBB bauen Nah- und Fernverbindungen aus
20.10.2021 2
CORONAVIRUS
3G am Arbeitsplatz kommt ab 1. November
20.10.2021 2
KONJUNKTUR
Inflation erreicht Zehn-Jahres-Hoch
20.10.2021 4 1
MOBILFUNK
Telekom Austria mit starker Gewinn-Steigerung
19.10.2021
1 Kommentare
Kommentar schreiben
cogito
19.07.2021, 11:28 Uhr
Ergänzend zur APA-Meldung:

Diese muttersprachlichen Beratung ist eine für illegal Aufhältige, die illegal arbeiten.

UNDOK ist ein weiterer Rechtsberaterverein für Illegale, subventioniert seit 2014 durch das Bundesministerium für Arbeit.

Aktuelle Beratungsinfos - Deutsch, … mehr
antworten
4
0

melden
zur Startseite
Sterbehilfe ohne Schlupflöcher
E-PAPER
für alle Endgeräte
JETZT TESTEN
ABOS
immer bestens informiert
JETZT WÄHLEN
NEWSLETTER
täglich informiert
JETZT ABONNIEREN

Impressum Kontakt AGBDatenschutz Cookie-Policy
Wiener Zeitung Gruppe: Unternehmen​Mediasales Jobs Redaktion​Redaktionsstatut​English Information about WZ Aboangebote
Unterstützen Sie Qualitätsjournalismus mit Ihrer Zustimmung
Bitte stimmen Sie der Verwendung von Analyse- und Marketing-Cookies auf der Webseite der Wiener Zeitung zu. Damit helfen Sie uns, unsere Webseite zu verbessern und wir können Ihnen damit für Sie zugeschnittene Werbung präsentieren. Ihre Zustimmung können Sie jederzeit in den Cookie Einstellungen (Sie finden am linken unteren Bildschirmrand ein hellblaues Schild.) widerrufen.

Analyse- und Marketing-Cookies sind technisch nicht erforderliche Cookies, die nur aufgrund Ihrer Zustimmung in Ihrem Endgerät gespeichert werden dürfen. Durch die Bestätigung des Buttons „Cookies akzeptieren“ erteilen Sie uns Ihre Zustimmung zu allen technisch nicht erforderlichen Cookies. Sie können auch die Zustimmung zu allen technisch nicht erforderlichen Cookies mit dem Button "Alle ablehnen" bzw. über die „Cookie Einstellungen“ verweigern.

Mit Hilfe von Cookies verarbeitete personenbezogene Daten werden von der Wiener Zeitung und von Werbepartnern (IAB und IAB-Lieferanten) verarbeitet. Im Rahmen der Verarbeitung erfolgt eine Speicherung von Informationen im Endgerät des Webseitenbesuchers und können die Wiener Zeitung und Werbepartner der Wiener Zeitung auf Informationen im Endgerät, z.B. auf eindeutige Kennungen in Cookies, des Webseitenbesuchers zugreifen. Nähere Informationen zu Cookies und zum Widerruf technisch nicht erforderlicher Cookies finden Sie in unserer Cookie Policy
Ihre Zustimmung bezieht sich auch auf die Verarbeitung personenbezogener Daten durch Dienstleister in den USA. Nach einer Entscheidung des EuGH gewährleisten die USA kein ausreichendes Datenschutzniveau.
Zu diesen Zwecken verwenden wir Cookies
Genaue Standortdaten verwenden. Geräteeigenschaften zur Identifikation aktiv abfragen. Informationen auf einem Gerät speichern und/oder abrufen. Personalisierte Anzeigen und Inhalte, Anzeigen- und Inhaltsmessung, Erkenntnisse über Zielgruppen und Produktentwicklung.

StartseiteWirtschaftÖsterreich