KAKAO
Schokoindustrie soll gegen Armut bei Bauern vorgehen
2
0
Der Fairtrade-Österreich-Chef fordert: auf die Nachhaltigkeitsversprechen der Süßwarenhersteller müssten Taten folgen.
vom 22.10.2021, 14:00 Uhr | Update: 22.10.2021, 14:26 Uhr
Eine bessere Bezahlung der Kakaobäuerinnen und -bauern würde Schokolade nicht wesentlich verteuern.
© afp / Sia Kambou
2
Das Nachhaltigkeitssiegel Fairtrade fordert von der internationalen Schokoladeindustrie und den großen Kakaoverarbeitern Taten bei der Verhinderung von extremer Armut und ausbeuterischer Kinderarbeit bei Kakaobauern in Westafrika. "Seit Jahrzehnten sagen sie, dass sie die Situation verbessern wollen. Es ist aber wie vor 20 Jahren", sagte Fairtrade-Österreich-Chef Hartwig Kirner am Freitag zur APA.
Mehr zu diesem Thema
Manner stellt Schnitten auf Fairtrade um
12.02.2021 7
Weiter steigende Nachfrage bei Fairtrade-Produkten
20.05.2021 3
"Anstand hat nichts mit Wohlstand zu tun"
14.05.2020 5
Laut Schätzungen leben mehr als die Hälfte der Kakaobauern und ihre Familien in der Elfenbeinküste in extremer Armut und es gibt Hunderttausende Kinder, die zur Arbeit gezwungen werden. Rund die Hälfte der Kakao-Welternte stammt aus der Elfenbeinküste. Die drei weltweit aktiven Kakaoverarbeiter Cargill Cocoa, Callebaut und Olam sind die wichtigsten Zulieferer für die internationale Schokoladeindustrie. Mehr Geld für die Kakaobauern würde Schokolade nicht wesentlich verteuern, erklärte der Fairtrade-Österreich-Chef Kirner.
Ausbeuterische Kinderarbeit sowie Zwangsarbeit sind bei Fairtrade zertifizierten Kakao-Kooperativen und ihren Bauern verboten. Es gibt einen Fairtrade-Mindestpreis für konventionellen Kakao, der bei 2.400 US-Dollar (2.062 Euro) pro Tonne liegt. Zusätzlich gibt es noch eine Prämie von 240 Dollar (206 Euro) pro Tonne für Kleinbauernorganisationen, etwa um die Qualität des Kakaoanbaus zu erhöhen und um Gemeinwohlprojekte wie Schul- und Straßenbau zu ermöglichen. Derzeit greife der Mindestpreis, weil der Kakaopreis in der Elfenbeinküste derzeit tiefer liege, so der Fairtrade-Österreich-Chef.
Die Coronapandemie inklusive Lockdowns hat dem Verkauf von Nahrungs- und Genussmitteln in Supermärkten einen kräftigen Schub gegeben. In Österreich stieg 2020 der Absatz von verarbeitetem Fairtrade-Kakao in Schokoladeprodukten um 54 Prozent auf 5.265 Tonnen. In diesem Jahr legte der Absatz im ersten Halbjahr noch einmal um 25 Prozent zu. Der Bäcker Ölz, die Molkerei Berglandmilch und die Marke Manner stellen heuer ihren verwendeten Kakao auf Fairtrade um. (apa)
Schlagworte
Kakao​Fairtrade​Armut​Westafrika​Schokolade​Kinderarbeit
2
Weiterlesen in Österreich
ÖFFNUNGEN
Wiener Handel erfreut, Gastro fehlt Verständnis
07.12.2021 3
KLIMASCHUTZ
Voestalpine liefert ersten CO2-reduzierten Stahl
07.12.2021 3
KOLLEKTIVVERTRAG
Handel: Mehr Geld für Beschäftigte mit Arbeiterstatus
07.12.2021
WINTERTOURISMUS
"Hätten wir das mal vorher gewusst . . ."
06.12.2021 1 3
0 Kommentare
Kommentar schreiben
Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.
Passwort vergessen?
Kommentar schreiben
* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)
E-Mail *
Ihr Passwort *
Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.
Bei Antworten benachrichtigen
Absenden
zur Startseite
Schrittweise Lockdown-Öffnung in der Hauptstadt
E-PAPER
für alle Endgeräte
JETZT TESTEN
ABOS
immer bestens informiert
JETZT WÄHLEN
NEWSLETTER
täglich informiert
JETZT ABONNIEREN

Impressum Kontakt AGBDatenschutz Cookie-Policy
Wiener Zeitung Gruppe: Unternehmen​Mediasales Jobs Redaktion​Redaktionsstatut​English Information about WZ Aboangebote
Unterstützen Sie Qualitätsjournalismus mit Ihrer Zustimmung
Bitte stimmen Sie der Verwendung von Analyse- und Marketing-Cookies auf der Webseite der Wiener Zeitung zu. Damit helfen Sie uns, unsere Webseite zu verbessern und wir können Ihnen damit für Sie zugeschnittene Werbung präsentieren. Ihre Zustimmung können Sie jederzeit in den Cookie Einstellungen (Sie finden am linken unteren Bildschirmrand ein hellblaues Schild.) widerrufen.

Analyse- und Marketing-Cookies sind technisch nicht erforderliche Cookies, die nur aufgrund Ihrer Zustimmung in Ihrem Endgerät gespeichert werden dürfen. Durch die Bestätigung des Buttons „Cookies akzeptieren“ erteilen Sie uns Ihre Zustimmung zu allen technisch nicht erforderlichen Cookies. Sie können auch die Zustimmung zu allen technisch nicht erforderlichen Cookies mit dem Button "Alle ablehnen" bzw. über die „Cookie Einstellungen“ verweigern.

Mit Hilfe von Cookies verarbeitete personenbezogene Daten werden von der Wiener Zeitung und von Werbepartnern (IAB und IAB-Lieferanten) verarbeitet. Im Rahmen der Verarbeitung erfolgt eine Speicherung von Informationen im Endgerät des Webseitenbesuchers und können die Wiener Zeitung und Werbepartner der Wiener Zeitung auf Informationen im Endgerät, z.B. auf eindeutige Kennungen in Cookies, des Webseitenbesuchers zugreifen. Nähere Informationen zu Cookies und zum Widerruf technisch nicht erforderlicher Cookies finden Sie in unserer Cookie Policy
Ihre Zustimmung bezieht sich auch auf die Verarbeitung personenbezogener Daten durch Dienstleister in den USA. Nach einer Entscheidung des EuGH gewährleisten die USA kein ausreichendes Datenschutzniveau.
Zu diesen Zwecken verwenden wir Cookies
Genaue Standortdaten verwenden. Geräteeigenschaften zur Identifikation aktiv abfragen. Informationen auf einem Gerät speichern und/oder abrufen. Personalisierte Anzeigen und Inhalte, Anzeigen- und Inhaltsmessung, Erkenntnisse über Zielgruppen und Produktentwicklung.

StartseiteWirtschaftÖsterreich